Prof. Dr. Theodor Schmitt

Musikhistorische Vortagsreihen

an der Hochschule München

Voraussichtlich im Sommersemester 2021:

Richard Wagner

Von der Oper zum Musikdrama

Auf Grund der aktuellen Corona-Situation können an der Hochschule München in diesem Wintersemester keine Präsenz-Lehrveranstaltungen durchgeführt werden. Die Wagner-Vorlesung wird deshalb auf das Sommersemester 2021 oder das Wintersemester 2021/22 verschoben. Aktuelle Infos finden Sie hier ab Ende Februar.

Kinder, schafft Neues!

(Wagner)


Richard Wagner (1813 - 1883) war eine der schillerndsten Persönlichkeiten der Musik­geschichte. Einerseits wurde er zum größten Erneuerer der Musik im 19. Jahrhundert nach Beethoven, andererseits spaltete er bereits zu Lebzeiten die Klassikfreunde durch ein übergroßes Pathos in seiner Musik, durch seinen zwiespältigen Charakter, seine exzentrische Lebensweise und durch zahlreiche Widersprüche in seinen kunsttheoretischen Schriften. Vor allem aber durch seinen unverhohlen propagierten Antisemitismus, der später zur Vereinnahmung seiner Musik durch die Nationalsozialisten führte.

 

Wagners Lebenswerk war die Umgestaltung der traditionellen Oper in ein Musikdrama, bei dem, ähnlich wie im Drama der Antike, alle Gestaltungsmittel einer dramatischen Idee untergeordnet sind und einem Geist entspringen: Dichtung, Musik, Inszenierung und Bühnenbild. Eine Idee von „Gesamtkunstwerk”, die Wagner am Ende seines Lebens im eigenen Festspielhaus auch in die Realität umsetzte.

 

In seiner Musik hat Wagner zu wahrhaft genialen Einfällen gefunden; Einfälle, die im Hinblick auf Melodik, Harmonik und Instrumentierung zu den Höhepunkten der romantischen Musik zählen. Wegweisend wurde seine Idee der “unendlichen Orchestermelodie” und der Leitmotivik.

 

Die Vorlesungsreihe widmet sich einerseits dem faszinierenden Leben Wagners. Sie zeigt seine Entwicklung vom jungen antimonarchistischen Revolutionär bis zum Protegé und Spendenempfänger des bayerischen Königs Ludwig II. Im Mittelpunkt aber steht die Erörterung von Wagners Musik und seiner Opernreform anhand historischer Bild- und Tondokumente sowie durch Interpretationen am Klavier.